Impressionen Werkzeugmuseum Malta

Dies Werkzeugmuseum auf Malta ist einen Besuch wert

Als echter Werkzeug-Fan und passionierte Heimwerkerin interessiere ich mich natürlich auch im Urlaub für Werkzeug. Hier natürlich ganz besonders für die Ausrüstung, die sich in den Werkzeugkästen der Profis in anderen Gegenden der Erde befindet. Auch das historische Werkzeug hat es mir angetan.

In diesem Jahr hat es uns nach Malta verschlagen – nach dem langen Winter mussten wir dringend Sonne tanken. Malta kann ich echt empfehlen. Das Eiland ist wirklich eine Reise wert. Besonders interessant fand ich als echter Toolineo natürlich das Werkzeugmuseum. Nachdem wir Quartier im beschaulichen Qawra bezogen und uns einen Tag völliger Entspannung gegönnt hatten, packte uns die Unruhe. Recht früh, nach einem umfangreichen Frühstück, setzten wir uns gestärkt in den Bus (die öffentlichen Verkehrsmittel auf Malta sind echt erste Klasse) und brachen zu einer ersten Erkundungstour auf, die uns nach Mdina führte. In den engen Gassen der Altstadt muss man als Fußgänger aber besonders auf die Kutschen aufpassen. Uns ist so ein Gespann gefährlich nahe gekommen. Mit einem Hechtsprung brachten wir uns aber rechtzeitig in Sicherheit.

Das Werkzeugmuseum in der historischen Stadt ist direkt neben dem Kathedralenmuseum untergebracht. Beide Museen sind gleichermaßen interessant, aber für mich stand das „Tools, Trades & Traditions“ natürlich ganz weit oben auf dem Zettel. Hier habe ich auch einige Fotos geschossen. Der Eingang war bereits eine Erfahrung für sich. „Tickets in der Bar“ stand auf der schweren Metallgittertür, ein wahres Relikt. In der Bar trafen wir auf den Kutscher, vor dem wir uns keine 15 Minuten zuvor noch in Sicherheit gebracht hatten. Ein echtes malteser Original. Er erinnerte sich an den Zwischenfall und entschuldigte sich mit einem gut gekühlten Kinnie. Die Kräuterlimonade wird auf Malta an allen Ecken getrunken. Schmeckt gewöhnungsbedürftig, aber die Erfrischung war wirklich willkommen.

Wer das beschauliche kleine Werkzeugmuseum betritt, der hat zunächst das Gefühl, eingeschlossen zu werden – die Tür wird hinter einem geschlossen, öffnet sich aber von innen automatisch nach einem Signal. Drinnen war ich wirklich in meiner Welt. Werkzeug, wohin das Auge blickt. Schaukästen auf Tischen und an den Wänden präsentierten altes und sogar historisches Werkzeug. Teilweise konnte man anhand der Werkzeuge tatsächlich einen Blick in die Handwerksgeschichte auf Malta werfen. Die Malteser müssen echt geschickt mit ihren Händen gewesen sein. Insgesamt gab es in dem Museum fünf Abteilungen bzw. Räume, die thematisch geordnet waren (Landwirtschaft & Nahrungsmittelproduktion, Präzision & Ornamente, Baukunst, Vermessung, Traditionen).

Mir hatten es allerdings die Holzwerkzeuge angetan. An der Wand eine riesige Hobel-Sammlung. Da hingen alte Simshobel neben anderen Handhobeln. Das hatte ich so bisher noch nie gesehen. Jedem einzelnen Hobel sah man sein Alter an, aber mir fiel dort auf, dass tatsächlich einige Formen bis heute nahezu unverändert in Gebrauch sind und sich sogar so in meinem eigenen Heimwerker-Keller befinden. Auch die Sägen-Sammlung war höchst interessant, wenn auch recht übersichtlich. Insgesamt stöberten wir durch alte Geräte aus der Landwirtschaft bis hin zu alten Zirkeln und Bohrern – ein echt aufregender Tag mit dem Fazit: Das „Tools, Trades & Traditions“ kann ich jedem Werkzeugfan empfehlen, der seinen Urlaub auf Malta verbringt – allein deshalb schon, weil es sich in so zauberhafter Umgebung befindet und ein Besuch in Mdina wirklich ein Muss ist.

Wer eine Reise nach Malta plant und sich für einen Besuch des Werkzeugmuseums interessiert, der bekommt weitere Informationen auf der Webseite des Museums: xarapalace.com.mt/…

Eure Kerstin von Toolineo