Flechten von Körben

Seltene und besondere Handwerksberufe – diese Woche: „Flechtwerkgestalter/in“

Auf der Suche nach einem Handwerksberuf, der außergewöhnlich ist? Das Magazin „Die Werkstatt stellt jede Woche in der Rubrik „seltene und besondere Handwerksberufe“ einen extravaganten Ausbildungsberuf vor. Diese Woche informiert „Die Werkstatt“ über einen traditionellen Ausbildungsberuf, der bereits in der Steinzeit ausgeübt wurde und für Geduldige mit Fingerspitzengefühl das Passende sein könnte.

Flechtwerke wie Körbe, Möbel und andere Flechtobjekte aus Weideruten, Binsen oder Rattan herzustellen, das ist das traditionelle Handwerk eines Flechtwerkgestalters. Bis vor einigen Jahren war dieser Beruf noch unter dem Namen Korbmacher oder Korbflechter geführt. Um diesen sehr kreativen Beruf auszuüben, sind Handwerksgeschick und ein gutes Gespür für Design und Formen wichtige Grundvoraussetzungen.

Gute Voraussetzungen für die Ausbildung sind:

  • Handwerksgeschick
  • Fingerspitzengefühl
  • Geduld
  • Genauigkeit
  • Kreativität
  • Gespür für Formen

In der 3-jährigen Ausbildung erlernt der Azubi die Fähigkeiten des Flechthandwerks wie Biegen und Flechten sowie Techniken aus der Holz- und Metallverarbeitung wie Bohren und Feilen. Zudem ist der Flechtmöbelbau wesentlicher Lerninhalt der Ausbildung. Dazu gehört das Entwerfen und Gestalten von unterschiedlichen Flechtobjekten. Für die Entwürfe wird das Zeichnen per Hand als auch mithilfe des Computers gelehrt. Die Ausbildung kann dual in Korbmöbelflechtereien, Reparaturwerkstätten für Flechtobjekte oder rein schulisch an der staatlichen Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels absolviert werden.

Nach der erfolgreich bestandenen Gesellenprüfung ist der Weg zur Meisterschule offen. Mit einer zusätzlichen Weiterbildung als Arbeitserzieher kann man diesen traditionellen Beruf in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung ausüben. Wem das noch nicht reicht, der kann ein Studium im Bereich Innenarchitektur oder Produktdesign starten. Auch die Selbstständigkeit bietet sich mit einer eigenen Werkstatt oder einem Laden an. Einen Überblick zu den Ausbildungsdetails kann man sich auf dem Portal der Bundesagentur für Arbeit verschaffen.

Weitere seltene und besondere Handwerksberufe:

Büchsenmacher/in
Naturwerksteinmechaniker/in
Uhrmacher/in
Steinmetz/in und Steinbildhauer/in
Metallbildner/in
Forstwirt/in
Stuckateur/in
Holzbildhauer/in
Silberschmied/in
Drechlser/in
Edelsteinschleifer/in
Böttcher/in
Hufbeschlagschmied/in
Metallblasinstrumentenmacher/in

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