Holz wird bearbeitet

Holz Ratgeber – Holzarten und Holzbearbeitung

Holz gehört zu den ältesten Baustoffen überhaupt. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der vielseitig verwendet wird. Böden, Decken oder Möbel aus Holz sind ebenso selbstverständlich wie der Einsatz von Holz im Bau für Dachstühle, Schalungen oder komplette Holzhäuser. Holz ist jedoch nicht gleich Holz. Um Freude an Bauteilen aus Holz zu haben, ist die Auswahl der geeigneten Holzart genauso wichtig wie die Holzbearbeitung mit den richtigen Werkzeugen.

Holzarten – ein Holz gleicht nicht dem anderen

Holz ist ein Naturrohstoff und jeder Baum ist als ein Individuum zu betrachten. Das Holz der Fichte hat andere Eigenschaften als das Holz eines Kieferbaumes oder einer Birke. Baumarten werden den Gattungen Nadelbäume und Laubbäume zugeordnet. Unterschieden wird zudem noch zwischen Harthölzer und Weichhölzer und zwischen Splint- und Kernholz.

Weichholz und Hartholz

Die Klassifizierung in Weich- oder Hartholz ist abhängig von der Dichte der Fasern, der Darrdichte des Holzes. Bei einer Darrdichte bis 0,55 g/cm³ handelt es sich um Weichholz, ab einer Darrdichte von 0,56 g/cm³ handelt es sich um Hartholz. Die gängigen Weichholzarten sind:

  • Fichte
  • Kiefer
  • Douglasie
  • Tanne
  • Erle
  • Lärche

Zu den häufig verwendeten Harthölzern zählen:

  • Ahorn
  • Birke
  • Buche
  • Eiche
  • Kastanie
  • Kirsche
  • Ulme

Die Aussage, dass Nadelholz weich ist und Laubholz hart ist, stimmt so pauschal nicht. Nadelhölzer wie beispielsweise die Eibe oder Zypresse gehören zu den Harthölzern, während die Erle als Laubbaum ein Weichholz ist.

Was ist Splintholz und Kernholz?

Querschnitt eines Baumstammes

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei Holzarten ist, aus welcher Baumzone das Holz stammt.  Die Baumstrutkur bestimmt, ob es Splintholz oder Kernholz ist. Der äußere Kreis des Stammes ist das Splintholz, welches das nährstoffhaltige Wasser in die Baumkrone transportiert. Das innere Mark des Baumstammes ist das Kernholz. Splint- und Kernholz sind unterschiedlich dicht und fest. Splintholz ist nicht so hart wie das Kernholz, und auch nicht bei allen Holzarten nutzbar. Einige Bäume wie die Birke oder Erle bilden gar kein Kernholz. Das hellere Splintholz ist außerdem im Vergleich zum dunkleren Kernholz anfälliger für Pilz- und Insektenbefall. Kernholz hingegen weißt eine höhere Dauerhaftigkeit.

Klassifizierung der Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350-2

Bei der Auswahl des Holzes ist auch die Dauerhaftigkeit zu berücksichtigen. Holz ist ein natürlicher Rohstoff und kann durch den Befall von Pilzen und Insekten beschädigt werden. Die natürliche Widerstandsfähigkeit gegen biologischen Angriff ist gemäß DIN EN 350-2 genormt und in 5 Klassen eingeteilt. 

Dauerhaftigkeitsklasse natürliche Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Organismen
1 sehr dauerhaft
2 dauerhaft
3 mäßig dauerhaft
4 wenig dauerhaft
5 nicht dauerhaft

Damit der Baustoff Holz dem Einsatzbereich passend ausgewählt werden kann, sind nachstehend die gängigen Holzarten mit den jeweiligen Eigenschaften, den Verwendungszwecken sowie deren Aussehen aufgeführt.

Nadelholz   
HolzartEigenschaftenVerwendungFarbe/Aussehen
Douglasie- weich: Darrdichte von ca. 0,32 - 0,73 g/cm³
- Dauerhaftigkeit mäßig bis gering (3-4)
- gering harzhaltig
- mäßig witterungsfest
- mäßige Beständigkeit gegen Pilzbefall
- gelblich-braun bis rötlich
- langsames Nachdunkeln
- Bauholz für Innen- und Außenbereich
- Türen und Decken
- Wandverkleidungen
- Möbel
- Gartenholz
Textur Holz der Douglasie
Eibe- hart: Darrdichte von ca. 0,61 - 0,74 g/cm³
- gute Dauerhaftigkeit (2)
- gute Festigkeit
- sehr elastisch und zäh
- beständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- rötlich-rotbraun
- starkes Nachdunkeln
- Kunsttischlerarbeiten
- Musikinstrumente
- Meßwerkzeuge
- Deckfuniere
Textur Eibe
Fichte- weich: Darrdichte von ca. 0,30 - 0,64 g/cm³
- geringe Dauerhaftigkeit (4)
- gute Festigkeit
- gering harzhaltig
- mäßig witterungsfest
- unbeständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- hellgelb bis rötlich
- Bauholz/Blindholz im Innenbereich
- Schalungen
- Fenster und Türen
- Dachstühle, Decken
- Möbel
Textur vom Holz der Fichte
Kiefer- weich: Darrdichte von ca. 0,30 - 0,86 g/cm³
- mäßige Dauerhaftigkeit (3-4)
- harzhaltig
- mäßig witterungsfest
- leicht zu bearbeiten
- Risiko von Bläuebefall ab 20°C - 30°C
- unbeständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- hell bis gelblich
- Bauholz im Innen- und Außenbereich
- Span- Faserplatten
- Fenster und Türen
- Möbel
- Masten
Textur vom Holz der Kiefer
Lärche- weich: Darrdichte von ca. 0,40 - 0,82 g/cm³
- mäßige Dauerhaftigkeit (3-4)
- harzhaltig
- wetterfest
- Säurefest
- leicht zu bearbeiten
- feuchtigkeitsbeständig
- beständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- gelblich bis rötlichbraun
- langsames Nachdunkeln
- Bauholz im Innen- und Außenbereich
- Türen und Tore
- Decken
- Möbel
- Treppen
- Furniere
Textur vom Holz der Lärche
Tanne- weich: Darrdichte von ca. 0,32 - 0,71 g/cm³
- wenig Dauerhaftigkeit (4)
- harzfrei
- schnell trocknend
- leicht zu bearbeiten
- nicht witterungsbeständig
- unbeständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- hell-gelblich bis rötlich
- Bauholz im Innenausbau
- Böden
- Decken
- Möbel
- Sperrplatten
Textur vom Holz der Tanne
Zypresse- hart: Darrdichte von ca. 0,55 g/cm³
- gute bis mäßige Dauerhaftigkeit (2-3)
- harzhaltig
- markanter Geruch
- leicht, langsam trocknend
- leicht zu bearbeiten
- gelblich bis gelb-bräunlich
-Bauholz im Innen- und Außenbereich
- Möbel
- Fenster und Türen
- Balken
Textur vom Holz der Zypresse
Laubholz   
HolzartEigenschaftenVerwendungFarbe/Aussehen
Ahorn- hart: Darrdichte von ca. 0,48 - 0,75 g/cm³
- keine Dauerhaftigkeit (5)
- gering harzhaltig
- mäßig witterungsfest
- mäßige Beständigkeit gegen Pilzbefall
- gelblich-braun bis rötlich
- langsames Nachdunkeln
- Ausstattungsholz im Innenbereich
- Möbel
- Tischplatten
- Furniere
Textur von Ahorn Holz
Birke- hart: Darrdichte von ca. 0,46 - 0,80 g/cm³
- keine Dauerhaftigkeit (5)
- hohe Härte
- sehr gut zu bearbeiten
- anfällig für Pilz- und Insektenbefall
- nicht witterungsfest
- weiß-gelblich bis rötlich
- Sperrplatten
- Möbel
- Ausstattungsholz
Textur vom Holz der Birke
Buche- hart: Darrdichte von ca. 0,49 - 0,88 g/cm³
- keine Dauerhaftigkeit (5)
- hohe Härte
- langsame, schonende Trocknung
- leicht zu bearbeiten
- nicht witterungsfest
- anfällig für Pilz- und Insektenbefall
- gelblich bis rötlich
- Möbel
- Böden, Parkett, Treppen
- Schwellen
- Werkbänke, Werkzeugteile
- Fässer
Textur vom Holz der Buche
Eiche- hart: Darrdichte von ca. 0,48 - 0,87 g/cm³
- gute Dauerhaftigkeit (2)
- sehr witterungsfest
- gut zu bearbeiten
- langsame, schonende Trocknung
- anfällig für Pilz- und Insektenbefall
- goldbraun bis hellt-rötlich
- langsame Nachdunklung
- Bauholz für Innen- und Außenbereich
- Böden, Parkett, Treppen
- Schwellen
- Möbel
- Bootsbau
- Fässer
Textur vom Holz der Eiche
Erle- weich: Darrdichte von ca. 0,49 g/cm³
- keine Dauerhaftigkeit (5)
- widerstandsfähig unter Wasser
- leicht zu trocknen
- mäßig leicht zu bearbeiten
- anfällig für Pilz- und Insektenbefall
- rötlich-gelb bis bräunlich
- Möbel
- Modellbau
- Pfähle (unter Wasser)
Textur vom Holz der Erle
Esche- hart: Darrdichte von ca. 0,41 - 0,82 g/cm³
- keine Dauerhaftigkeit (5)
- gute Zähigkeit uns Elastizität
- widerstandsfähig
- gut zu bearbeiten
- gute Trocknung
- unbeständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- weiß bis grau-oliv
- Boots- und Flugzeugbau
- Werkzeugstiele
- Sportgeräte
- Möbel
- Fässer
Textur vom Holz der Esche
Eukalyptus- hart: Darrdichte von ca. 0,66 - 0,79 g/cm³
- gute Dauerhaftigkeit (2-3)
- witterungsfest
- schwer zu bearbeiten
- langsame, schonende Trocknung
- beständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- rotbraun
- langsame Nachdunklung
- Bauholz im Innen- und Außenbereich
- Wasserbau
- Stützbau
Textur vom Holz des Eukalyptus
Kastanie- hart: Darrdichte von ca. 0,60 g/cm³
- gute Dauerhaftigkeit (2)
- elastisch
- mäßig witterungsfest
- im Wasser dauerbeständig
- gut zu bearbeiten
- beständig gegen Pilzbefall
- anfällig für Insektenbefall
- hellbraun
- Bauholz
- Möbel
- Wasser- und Schiffsbau
Textur vom Holz der Kastanie
Kirsche- hart: Darrdichte von ca. 0,49 - 0,67 g/cm³
- geringe Dauerhaftigkeit (4)
- nicht witterungsfest
- schnelle Trocknung
- anfällig für Pilz- und Insektenbefall
- rotbräunlich
- Möbelbau
- Furniere
Textur vom Holz der Kirsche
Mahagoni- hart: Darrdichte von ca. 0,48 - 0,87 g/cm³
- mittlere Dauerhaftigkeit (2-3)
- witterungsfest
- gut zu bearbeiten
- beständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- hellbraun bis rotbraun
- Bauholz im Innen- und Außenbereich
- Möbel
- Bootsbau
- Musikinstrumente
Textur vom Mahagoni Holz
Teak- hart: Darrdichte von ca. 0,44 - 0,72 g/cm³
- sehr gute Dauerhaftigkeit (1)
- sehr widerstandsfähig
- säurefest und witterungsfest
- gut zu bearbeiten
- sehr beständig gegen Pilz- und Insektenbefall
- hellbraun bis hellt-rötlich
- Bauholz Innen- und Außenbereich
- Schiffsbau
- Möbel
- Türen
- Furniere
Textur von Teak Holz
Ulme- hart: Darrdichte von ca. 0,61 g/cm³
- geringe Dauerhaftigkeit (4)
- sehr hart
- mäßig gut zu bearbeiten
- anfällig für Pilz- und Insektenbefall
- rotbraun
- Möbel
- Fußböden, Parkett
- Furniere
Textur vom Holz der Ulme

Viele gute Gründe für das Bauen mit Holz

Der Werkstoff Holz erfreut sich gerade in der ökologischen Bauarchitektur großer Beliebtheit. Die Verwendung von Holz für einen Neubau, Anbau oder Umbau im Innen- und Außenbereich hat viele Vorzüge. Der Rohstoff  ist ökologisch, nachhaltig, sorgt für ein angenehmes Wohnklima und zudem für ein schönes Ambiente. Nicht umsonst wird der Baustoff Holz seit Jahrhunderten geschätzt. Ökologische Gründe für das Bauen mit Holz sind:

  • Nachwachsender Rohstoff
  • Energiesparend durch gute Wärmedämmung
  • Sehr guter Wärmeschutz
  • Flexibel und vielseitig einsetzbar
  • Ermöglicht kurze Bauzeiten
  • Schafft ein gesundes Raumklima
  • Ist langlebig
  • Biologisch recyclebar

Zudem ist Holz leicht und je nach Holzart extrem widerstandsfähig. Das Bauen mit Holz bietet außerdem unbegrenzten und kreativen Gestaltungsspielraum. Der Möbelbau ohne Holz ist kaum vorstellbar und ein Raum mit Holzboden wertet diesen nicht nur optisch auf sondern sorgt für ein gutes Wohnklima.

Holzwissen – Eigenschaften und Anwendungen (Video)

Welche Werkzeuge für die Holzbearbeitung?

Wer sich für das Bauen mit Holz entscheidet, der muss es auch mit dem richtigen Werkzeug bearbeiten. Der Markt bietet unzählige Werkzeuge und Maschinen für die Holzbearbeitung. Aber welche Holzwerkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen sind erforderlich? Um Holz in die gewünschte Form zu bringen, sind die nachstehenden Bearbeitungsmethoden anwendbar:

  • Zerspanen (Bohren, Drehen, Fräsen)
  • Sägen
  • Spalten
  • Schaben
  • Schleifen
  • Schnitzen

Während Fachleute wie Schreiner, Tischler oder Zimmermänner Handwerkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen benötigen, ist der Heimwerker oder Hobbyhandwerker mit einigen Holzwerkzeugen und Elektrowerkzeugen gut ausgestattet. Die wichtigsten  Handwerkzeuge und Elektrowerkzeuge für eine praxisgerechte Holzbearbeitung sind:

  • Beitel
  • Handgeführter Hobel
  • Ziehklinge
  • Säge (Fuchsschwanz)
  • Bohrer
  • Raspel & Feile
  • Schleifpapier
  • Messer
  • Oberfräse
  • Elektro Hobel

Mit diesen Werkzeugen sind Arbeiten wie das Ablängen und Zuschneiden von Holzbalken und Bauteilen, Abtragen, Bohren, Schleifen und Spalten fachgerecht durchführbar.

Oberflächenbehandlung

Um die Struktur von Holzoberflächen hervorzuheben, zu färben oder vor Schädlingen und Witterungseinflüssen zu schützen kommen Beize, Bleichmittel, Lacke, Öl und Wachs zum Einsatz. Durch das Beizen färben sich nur die Fasern und die Struktur der Maserung wird betont. Mit Beizen lassen sich unterschiedliche Farbtöne erreichen ohne das die Struktur verloren geht. Mit Lacken und Lasuren ist das Holz gut geschützt und lässt sich bunt gestalten. Eine natürliche Holzbehandlung ist mit lösemittelfreiem Öl, Bienenwachs oder Hartwachs möglich. Wachse werden hauptsächlich im Innenbereich verwendet und geben eine schöne Tönung und leichten Glanz. Hartwachs ist für stark beanspruchte Holzflächen wie Fußböden empfehlenswert.

Wer Holz für seine Anwendungszwecke richtig auswählt, fachgerecht bearbeitet und mit der geeigneten Oberflächenbehandlung schützt und pflegt, wird den Einsatz des natürlichen Baustoffs nicht bereuen.

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