Dübel – Wichtige Helfer für vielfältige Befestigungen

Lässt sich eine Schraube nicht direkt eindrehen, wie es bei Konstruktionen mit Holz in den meisten Situationen der Fall wäre, kommt ein Dübel zum Einsatz. Mit einem Dübel lassen sich auf form- oder kraftschlüssiger Basis feste Verschraubungen ermöglichen. Voraussetzung für eine Verschraubung mittels Dübel ist, dass Dübel, Schraube und Untergrund optimal aufeinander abgestimmt sind und auch die Bohrung fachgerecht erstellt wurde. Da sich der Untergrund nicht verändern lässt, ist es immens wichtig, zu wissen, zu welchem Dübel und welcher Schraube man greifen muss, wenn man es mit einem bestimmten Material zu tun hat. Wir bieten Ihnen mit unserem Dübel-Ratgeber eine solide Hilfestellung auf dem Weg zur belastbaren Verschraubung in nahezu jedem Untergrund.

Die Basis des Dübelns sind die Bestimmung des Untergrundes und die präzise Bohrung. Lesen Sie zu diesem Thema mehr in unserem Bohrer-Ratgeber. Für nahezu jeden Werkstoff gibt es die speziell darauf abgestimmten Dübel. Entscheidend sind darüber hinaus weitere Aspekte.

  • Wird der Dübel an der Decke oder in der Wand eingesetzt?
  • Treten demzufolge Zugkräfte, Hebelkräfte oder Scherkräfte auf?
  • Wie groß ist erforderliche Tragfähigkeit der Verschraubung?

Danach richtet sich, welche Bohrung anzufertigen ist, wie stark die Schraube sein muss und welcher Dübel der richtige für den Anwendungsfall ist. Dübel lassen sich in unterschiedliche Gruppen einteilen. So gibt es Dübel für den Untergrund aus Vollmaterial und Dübel für Hohlräume. Ebenso unterscheiden sich Dübel nach dem Material. Klassische Kunststoffdübel und Metalldübel für höhere Belastungen.


Das Wirkprinzip

Der klassische Dübel, meist aus Kunststoff, wird in die Bohrung gesteckt. Durch das Einschrauben der Schraube spreizt sich der hintere Teil des Dübels auseinander und setzt sich in der Bohrung fest. Durch die plastische Verformung des Dübelmaterials entsteht so eine kraftschlüssige Verbindung. Dabei sind Dübel so konstruiert, dass die wirkende Kraft in der Mitte am größten ist, während sie sich zum äußeren Lochrand hin verringern, sodass vom Mauerwerk nichts abplatzt.


Die verschiedenen Dübel und ihre Eigenschaften

Universaldübel
Universaldübel

  • Material: Kunststoff (Polyamid)
  • Eignung für: Holzschrauben
  • Wirkprinzip: Als Spreizdübel in Vollbaustoffen, als Verknotung in Hohlbaustoffen.

Spreizdübel
Spreizdübel

  • Material: Kunststoff (Nylon)
  • Eignung für: Holzschrauben
  • Wirkprinzip: Als Spreizdübel in Vollbaustoffen.

Plattendübel
Plattendübel

  • Material: Nylon
  • Eignung für: Holzschrauben
  • Wirkprinzip: Beim Einschrauben der Schraube wird der Konus in die Hülse gezogen und spreizt diese.

Nageldübel
Nageldübel

  • Material: Nylon
  • Eignung für: Meist nur in Kombination mit spezieller Nagelschraube erhältlich.
  • Wirkprinzip: Der Nageldübel wird durch das Anbauteil geführt und spreizt sich durch das Einschlagen der Nagelschraube.

Rahmendübel
Rahmendübel

  • Material: Nylon
  • Eignung für: Meist nur in Kombination mit spezieller Schraube erhältlich
  • Wirkprinzip: Als Spreizdübel
  • Besonderheiten: Langschaftdübel mit erhöhter Sicherheit. Besonders für die Verwendung an Fensterrahmen geeignet.

Hohlraumdübel/Kippdübel
Hohlraumdübel

  • Material: Stahl
  • Eignung für: Nur mit passender Maschinenschraube erhältlich, die Bestandteil des Dübels ist.
  • Wirkprinzip: Federbügel spreizen sich/klappen im Hohlraum auseinander.

Bolzenanker
Bolzenanker

  • Material: Stahl
  • Eignung für: Verschraubungen mit Sechskant-Muttern
  • Wirkprinzip: Durch Einschlagen und anschließendes Anziehen des Gewindebolzens verspannt sich der Konusbolzen im Beton (Reibschluss).

Gasbetondübel
Gasbetondübel

  • Material: Nylon
  • Eignung für: Maschinen- und Holzschrauben
  • Wirkprinzip: Dübel wird eingeschlagen und ist durch die Flügel formschlüssig verankert.

Gipskartondübel
Gipskartondübel

  • Material: Nylon
  • Eignung für: Holzschrauben
  • Wirkprinzip: Dübel werden mit dem eigenen Gewinde eingeschraubt. Die Holzschraube wird in den Dübel geschraubt.

Metalldübel / Messing-Spreizdübel
Metalldübel2

  • Material: Stahl/Messing
  • Eignung für: Maschinengewindestangen mit metrischem Gewinde.
  • Wirkprinzip: Spreizung vom Dübelende her durch eingeschraubte Gewindestange.
  • Einsatzbereich: Messing-Spreizdübel finden insbesondere in der Elektroinstallation Verwendung. Schaltschränke, Aggregate oder Regale lassen sich auf diesem Wege optimal an Betonwänden befestigen. Metalldübel erlauben die Aufnahme von hohen Lasten in massivem Mauerwerk.

Gerüstösendübel
Gerüstösendübel

  • Material: Nylon
  • Eignung für: Holzschrauben
  • Wirkprinzip: Siehe Universaldübel bzw. Spreizdübel
  • Einsatzbereich: Verankerung von Gerüsten an der Hausfassade.

Dämmstoffdübel
Dämmstoffdübel

  • Material: Kunststoff
  • Eignung für: Holzschrauben
  • Wirkprinzip: Dübel wird mit eigener Gewindespirale eingeschraubt. Holzschraube wir in den Dübel eingeschraubt.

Chemischer Dübel / Reaktionspatrone
Chemischer Dübel2

  • Material: Chemische Werkstoffe / Baustoffe
  • Eignung für: Ankerstangen / Schwerlastbefestigungen
  • Wirkprinzip: Reaktionspatrone oder Injektionsmörtel wird in die Bohrung eingebracht und befestigt die Ankerstange. Es tritt kein Spreizdruck auf.
  • Besonderes: Chemische Dübel sind für extreme Lasten ausgelegt und sind für Befestigungen bei Hitze, Kälte oder Nässe eine optimale Einzellösung.

Betonschraube
Betonschraube2

  • Material: Stahl
  • Eignung für: Verschraubungen in Beton.
  • Wirkprinzip: Kein Dübel in eigentlichen Sinne, sondern eine Schraube, die nach Vorbohren in den Beton geschraubt werden kann – zur direkten Befestigung von Bauteilen.

Die verschiedenen Montagearten für Dübel

Es wird zwischen drei verschiedenen Montagearten unterschieden.

Vorsteckmontage

Der Dübel wird in diesem Fall in die exakt darauf abgemessene Bohrung gesteckt und so weit in die Bohrung geschoben, dass er bündig mit dem Rand der Bohrung abschließt. Das zu montierende Bauteil wird auf den Dübel gesetzt und die festgeschraubt.

 

Durchsteckmontage

Bei dieser Montageart wird die Bohrung durch das Bauteil hindurch direkt in den Untergrund angefertigt. Die Durchsteckmontage ist im Vergleich zur Vorsteckmontage etwas weniger aufwendig, weil das Bauteil nach der Bohrung bereits an Ort und stelle ist und durch den eingesteckten Dübel fixiert wird.

Abstandsmontage

Die Abstandsmontage findet insbesondere bei Befestigungen von Gewindestangen in Betonwänden Verwendung. Meistens greift man bei der Abstandsmontage auf Metallspreizdübel mit metrischem Gewinde zurück. Allerdings zählen auch Verschraubungen an einer Fassade, die durch den Dämmstoff ins Mauerwerk gehen, zur Abstandsmontage, sofern das zu befestigende Bauteil nicht direkt auf den Untergrund geschraubt wird.


Die fachgerechte Montage

Das Entscheidende bei der Befestigung von Bauteilen mittels Dübel ist neben der Identifizierung des Untergrundes die Bohrung.

Die Bohrung muss:

  • Exakt ausgemessen sein. Sowohl der Durchmesser als auch die Tiefe müssen stimmen.
  • Insbesondere in Gesteinswerkstoffen gründlich gesäubert werden.

Die Bohrlochtiefe muss etwas größer sein als die vorgesehene Verankerungstiefe des Dübels. Die Schraube muss nach hinten in die Bohrung hinein ausreichend Raum haben, um aus dem Dübel hinauszuragen. Nur wenn der Durchmesser der Bohrung exakt auf die Stärke des Dübels abgestimmt ist, kann sich der Dübel durch Spreizung in der Bohrung festsetzen. Bedenken Sie aber, dass nach dem Bohren unbedingt die Bohrung zu reinigen ist. Befindet sich das Bohrmehl noch im Loch, kann der Dübel nicht greifen und rutscht heraus – ein häufiger Fehler.

Ausführliche Informationen zum passenden Bohrer finden Sie in unserem umfangreichen Bohrerratgeber.


Welche Dübel Sie für welchen Untergrund benötigen

Jeder Baustoff erfordert den passenden Dübel. Dabei ist immer zu beachten, wie hoch die Last ist, die durch die Verschraubung später aufgenommen werden soll.

Beton
Beton

Besonderheit: Harter Baustoff, der für saubere Bohrungen spezielles Material erfordert. Kann aber durch die hohe Stabilität nahezu jeden Dübel aufnehmen.
Dübel: Betonschraube, Universaldübel, Spreizdübel, Nageldübel, Rahmendübel, Messing-Spreizdübel, Bolzenanker, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.
Hinweis: Betonschrauben sind in Verbindung mit einer sauberen Vorbohrung sicherlich die eleganteste Lösung für Befestigungen an Betonwänden, da sie sich direkt in das Material schneidet und der eigentliche Dübel nicht mehr erforderlich ist. Da Verschraubungen an Betonwänden oft auf Schwerlast ausgelegt sind, kommen immer auch Bolzenanker infrage, etwa wenn es darum geht, Kabeltrassen oder Leitern zu befestigen.

Ziegel

Besonderheit: Ziegel sind mit die ältesten Baustoffe. Sie werden bei 900 bis 1200° C gebrannt. Ziegel haben durch die sehr hohe Rohdichte (1,4–2,0 kg/dm³) bei gleicher Wärmedämmung deutlich höhere Druckfestigkeitswerte als andere Baustoffe. Je nach Anwendungsbereich werden die Druckfestigkeitsklassen 4, 8, 12,20, 28,36,48 und 60 N/mm² geliefert. Ziegel haben bei statischer Belastung eine der geringsten Formveränderung aller Baustoffe und sind dadurch besonders langlebig.
Dübel: Universaldübel, Spreizdübel, Nageldübel, Rahmendübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.
Hinweis: In Ziegeln lassen sich herkömmliche Dübel verbauen, aber da Ziegel meist Mauerwerk darstellen und somit oft auch schwere lasten aufnehmen müssen, empfehlen sich oft chemische Befestigungslösungen, mit denen extreme Lasten völlig spreizdruckfrei eingeleitet werden können. Es besteht also nicht die Gefahr, dass der spröde Ziegel durch den Spreizdruck gesprengt wird.

Hohlziegel

Besonderheit: Informationen über Ziegel siehe oben.
Dübel: Universaldübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen in Verbindung mit Siebhülsen, damit sich der Mörtel nicht im gesamten Hohlraum des Steins verteilt.
Hinweis: Vorsicht beim Bohren in Hohlziegel. Es empfiehlt sich, ohne Schlag zu arbeiten, um den Stein nicht zu zertrümmern.

Naturstein

Besonderheit: Naturstein ist ein extrem harter, druckfester Stein, der schwierig zu bohren ist. Dafür ist bei einer passenden Bohrung die Auswahl der Dübel groß, denn es kommen auch jene in Frage, die einen Spreizdruck auf das Material ausüben.
Dübel:
Universaldübel, Spreizdübel, Messingspreizdübel, Bolzananker, Nageldübel, Rahmendübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.

Hohlblockstein

Besonderheit: Hohlblocksteine bestehen meist aus porigem Gestein mit geringerer Druckfestigkeit. Allerdings ist die Wandstärke dieser Steine meist so groß, dass durchaus eine ganze Reihe von Dübeln in Frage kommen. Dennoch muss hier genau ausgewählt werden.
Dübel: Universaldübel, Spreizdübel (bedingt bei kleineren Dübelgrößen), Nageldübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.

Gasbeton/Porenbeton

Besonderheit: Aus Gasbeton bzw. Porenbeton werden Mauersteine und Fertigbauteile hergestellt. Das Material weist in etwa die gleiche Wärmedämmung auf, wie Ziegel. Allerdings reicht die Schalldämmung nicht an jene des Ziegels heran. Porenbeton ist hochporös, leicht und wird auf Basis von Kalk, Kalkzement- oder Zementmörtel hergestellt. Das Material wir durch Blähen porosiert und dampfgehärtet. Der Stein ist relativ weich und brüchig. Daher muss die Dübelauswahl stimmen. Beim Dübeln in Porenbeton muss darauf geachtet werden, dass der Spreizdruck über eine große Länge des Dübels verteilt wird oder im Falle von chemischen Dübeln überhaupt nur stark verringert auftritt.
Dübel: Gasbetondübel, Universaldübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.

Voll-Kalksandstein

Besonderheit: Voll-Kalksandstein ist ein künstlich hergestellter Stein aus einem Kalksandsteingemisch und Wasser. Das Ergebnis ist ein sehr druckfester Stein, der sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verwendet werden kann.
Dübel: Universaldübel, Spreizdübel, Gerüstösendübel, Nageldübel, Rahmendübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.

Kalksandstein

Besonderheit: Informationen über Kalksandstein siehe oben. Kalksand-Hohlsteine bestehen aus dem gleichen druckfesten Stein, verfügen aber über Hohlräume, was bei der Dübelauswahl berücksichtigt werden muss.
Dübel: Universaldübel, Spreizdübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.

Vollgips

Besonderheit: Vollgips ist ein weiches, brüchiges Gestein, das ein vorsichtiges Vorgehen erfordert.
Dübel: Universaldübel, Spreizdübel, Nageldübel, Rahmendübel, Chemische Dübel/Reaktionspatronen.

Gipskarton

Besonderheit: Gipskarton, auch unter dem Namen Rigips bekannt,Rigips ist das verbreitete Baumaterial  im Trockenbau. Die Platten sind so dünn und Brüchig, dass man bei der Arbeit einiges beachten und im Optimalfall immer zum Spezialdübel greifen sollte.
Dübel: Gipskartondübel, Hohlraumdübel/Kippdübel, Universaldübel.
Hinweis: Metall-Hohlraumdübel sind für Befestigungen an Gipskartonplatten eine gute Lösung. Diese Dübel können durch die große Auflagefläche verhältnismäßig große Lasten aufnehmen.

Spanplatte

Besonderheit: Spanplatten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Grobspanplatten, bekannt als OSB-Platten, verfügen gegenüber herkömmlichen Spanplatten aus Sägemehl über eine deutlich höhere Ausbruchfestigkeit. In vielen Fällen kann mit einer Spanplattenschraube direkt in die Spanplatte geschraubt werden. Teilweise ist es auch möglich, mit einer längeren Schraube und längerem Dübel in das dahinter liegende Material zu schrauben. Ansonsten kommen für Hohlräume geeignete Dübel zum Einsatz.
Dübel: Hohlraumdübel/Kippdübel, Universaldübel.

Faserzement

Besonderes: Dieser Verbund-Baustoff besteht aus Zement und zugfesten Fasern. Durch die Faserarmierung erhält der Zement eine erhöhte Zug, Bruch- und Biegefestigkeit. Faserzement wird in Platten verarbeitet, daher finden auch Hohlraumdübel Verwendung.
Dübel: Universaldübel, Spreizdübel, Plattendübel, Hohlraumdübel/Kippdübel.

Hartschaumplatten/Dämmstoffplatten

Besonderes: Hartschaumplatten aus Polystyrol, oft auch Styropor genannt, sind leicht und besitzen neben guten Dämmeigenschaften nahezu keine Stabilität. Befestigungen an diesem Werkstoff sind äußerst schwierig und in der Belastung stark eingeschränkt. Hartschaumplatten gibt es verschiedenen Härten und Festigkeiten. Jedoch erfordern alle spezielle Dübel und können nur eingeschränkte Lasten aufnehmen.
Dübel: Dämmstoffdübel

Allgemeine Hohlräume

Besonderes: Im Trockenbau und bei anderen Konstruktionen werden Plattenwerkstoffe verarbeitet. Ob Gipskarton, Spanplatte, Stahlprofil oder andere Platten – hier halten meistens keine Dübel direkt im Werkstoff sondern müssen sich im Hohlraum verkeilen. Dafür gibt es verschiedene Lösungen und Möglichkeiten.
Dübel: Hohlraumdübel/Klappdübel, Universaldübel.


Bauaufsichtliche Zulassung

Gerade an sicherheitsrelevanten Stellen müssen zwingend Dübel gemäß Zulassung verbaut werden. Zugelassen werden u.a. Dübel von der Zulassungsstelle für Bauprodukte und Bauarten des Bautechnischen Prüfamtes am Deutschen Institut für Bautechnik. Die Zulassung eines Dübel ist, sofern vorhanden, auf der Packung oder dem Beipackzettel vermerkt.

 

 

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