Seltene und besondere Handwerksberufe – diese Woche: „Uhrmacher/in“

Seltene und besondere Handwerksberufe – diese Woche: „Uhrmacher/in“

Einen traditionellen Beruf zu erlernen ist nicht nur außergewöhnlich, sondern hat durchaus auch eine interessante Zukunftsperspektive. In unserer Rubrik „seltene & besondere Handwerksberufe“ stellt Ihnen „Die Werkstatt“ jede Woche einen seltenen, besonderen oder vergessenen Handwerksberuf vor. Diese Woche nimmt die Werkstatt einen Beruf unter die Lupe, der zeitlos ist und bei dem sich alles um die Zeit dreht.

Was macht ein Uhrmacher?

Eine Uhr ist ein mehrere tausend Jahre altes Zeitmessgerät und ein unverzichtbarer Begleiter im Alltag. Die Herstellung, Reparatur und Wartung von Taschenuhren, Armbanduhren, Wand- und Standuhren erfordert neben Liebe zum Detail auch ein hohes Maß an Geduld und Genauigkeit. Ein grundlegendes naturwissenschaftliches Verständnis ist für die Zeitmesstechnik und die Anfertigung des Räderwerks ebenfalls von Nutzen. Wer zudem noch eine Leidenschaft für das filigrane Handwerk hat, technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringt, ist für die Ausbildung zum Uhrmacher ein geeigneter Kandidat.

Wie sieht die Ausbildung aus?

Der Ausbildungsort ist die Werkstatt eines Uhrmacherhandwerkers oder ein Betrieb in der Uhrenindustrie sowie die Berufsschule. Um das mechanische Wunderwerk mit der nötigen Präzision und Zuverlässigkeit herzustellen oder zu reparieren, ist ein besonderes Fingerspitzengefühl bei der Feinmechanik und Fertigung erforderlich.
Neben der feinmechanischen Filigranarbeit, die bei Reparatur- und Montagearbeiten gelehrt wird, gehört die maschinelle und manuelle Herstellung der Einzelteile ebenfalls zum Lehrplan. Dazu gehören manuelles und maschinelles Zerspanen wie Bohren, Sägen, Drehen und Fräsen. Für die maschinelle Fertigung der Bauteile von Klein- und Großuhren werden Fähigkeiten der Programmierung und Bedienung von CNC-Maschinen in der 3-jährigen Ausbildung erworben. Dazu gehört auch das Erstellen von technischen Zeichnungen per Hand oder in CAD-Systeme.

TaschenuhrNeben einfachen Wartungsarbeiten und Reparaturen, wie dem Auswechseln von Batterien oder kaputten Armbändern, ist auch das Erforschen von Fehlerursachen und Qualitätsmängeln Bestandteil der Ausbildung. Dafür lernen die Auszubildenden den Umgang mit speziellen Prüfwerkzeugen, Mikroskopen sowie Schmier- und Klebstoffen. Auch kaufmännische Grundlagen für die Beratung und den Verkauf werden in der Ausbildung vermittelt. Der Ausbildungsberuf des Uhrmachers ist deshalb attraktiv, da neben den traditionellen Aspekten auch das Arbeiten mit innovativen Technologien dazugehört.

Nach der bestandenen Ausbildung zum Uhrmacher kann es auf der Karriereleiter weiter aufwärts gehen. Neben der Spezialisierung auf bestimmte Technologien, sind auch zusätzliche Schulungen und Zertifizierungen auf verschiedene Uhrenmarken möglich. Spezialisierungen können beispielsweise die Restaurierung von antiken Uhren oder die Herstellung von Turm- oder Kirchenuhren sein. Darüber hinaus kann man sich zum Techniker weiterbilden lassen. Wer noch höher hinaus möchte, kann den Meistertitel machen oder ein Studium im Bereich Feinwerktechnik mit dem Bachelorabschluss erlangen.

Wer anders tickt und sich für diesen Beruf interessiert, findet weitere detaillierte Informationen auch zu den Verdienstmöglichkeiten bei der Bundesagentur für Arbeit finden.

Weitere seltene und besondere Handwerksberufe

Büchsenmacher/in
Naturwerksteinmechaniker/in
Steinmetz/in und Steinbildhauer/in
Metallbildner/in
Forstwirt/in
Stuckateur/in
Flechtwerkgestalter/in
Holzbildhauer/in
Silberschmied/in
Drechlser/in
Edelsteinschleifer/in
Böttcher/in
Hufbeschlagschmied/in
Metallblasinstrumentenmacher/in

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