Segelflieger auf Wiese

Seltene und besondere Handwerksberufe – diese Woche: „Leichtflugzeugbauer/in“

Vor dem Berufsstart kommt die Wahl der richtigen Ausbildung. In der Rubrik „seltene und besondere Handwerksberufe“ können junge Leute mit handwerklichen Fähigkeiten einiges über außergewöhnliche Berufe erfahren und vielleicht das Passende für sich finden. Zum Abschluss unserer Serie „seltene und besondere Handwerksberufe“ stellt „Die Werkstatt“ diese Woche den Beruf der Leichtflugzeugbauer vor, der Grundvoraussetzung dafür ist, dass Flieger die Sonne grüßen.

Leichtflugzeugbauer sind für die Herstellung und Montage von Bauteilen für Segelflugzeuge, Sportflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge und kleinere Motorsegler zuständig. Zusätzlich fällt deren Wartung, die Reparatur und Restauration in den Tätigkeitsbereich der Leichtflugzeugbauer. Die Bauteile werden aus Holz, Glasfaser verstärktem Kunststoff und Metall gefertigt. Leichtflugzeugbauer arbeiten im Team. Von der Planung bis hin zur Endabnahme wird dem Team penible Präzision abverlangt. Genauigkeit ist eine unverzichtbare Voraussetzung, denn wenn durch mangelnde Sorgfalt die Technik versagt, kann das fatale Folgen haben. Die Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte ist daher eine vorgeschriebene Pflicht bei der Herstellung von Leichtflugzeugen.

Leichtflugzeugbauer – Ausbildung – Beruf

Für die Ausbildung zum Leichtflugzeugbauer/in sind diese Eigenschaften gefragt:

  • Handwerkliches Geschick
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Technisches Verständnis
  • Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Genauigkeit

Für den abwechslungsreichen Beruf sind in der Ausbildung viele Fertigkeiten zu erlernen. Die Erstellung von technischen Zeichnungen, Material und Ausstattung auswählen, das Anfertigen von Schablonen und Formen sowie der Umgang mit fachgerechtem Werkzeug und die Bedienung von Maschinen ist für die Herstellung der Bauteile nötig. Um die Bauteile zu fertigen, werden handwerkliche Fähigkeiten vermittelt wie:

  • Fügetechniken (Schweißen, Löten, Nieten, Kleben)
  • Oberflächenbearbeitung (Hobeln, Schleifen, Lackieren)
  • Metall- und Holzbearbeitungstechniken (Sägen, Abkanten)
  • Wärmebehandlungsverfahren für die Herstellung von GFK
  • Montage

Die Montage des Segelfliegers ist ein wesentlicher Part beim Leichtflugzeugbau. Dabei werden Rippen, Spanten, Ruder, Verkleidungen und Tragflächen an den Rumpf präzise angebaut. Bei Motorflugzeugen gehört auch der Einbau des Motors zur Aufgabe. Für die Ausstattung des Flugzeugsinnenraums müssen die Leichtflugzeugbauer auch Bordinstrumente einbauen und mit Steuerelementen und Tragflächenteilen so installieren, dass diese entweder mechanisch, pneumatisch, hydraulisch oder elektronisch einwandfrei funktionieren. Bei der Oberflächenbearbeitung gilt es auch, den fachgerechten Umgang mit Korrosionsschutzmitteln und Lacken zu erlernen. Zu guter Letzt muss der Leichtflugzeugbauer die Endkontrolle durchführen. Anhand einer Checkliste werden dabei die Verbindungen der Bauteile als auch die Bordelemente und Steuerelemente auf Funktionsfähigkeit detailliert überprüft.

Die 3-jährige Ausbildung findet dual im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule statt. Der Betrieb vermittelt die handwerklichen Fertigungstechniken im Bereich Holz- und Metallbearbeitung sowie die Wärmebehandlungsverfahren. In der Berufsschule stehen die theoretischen Inhalte auf dem Lehrplan wie Werkstoffeigenschaften, Mathematik, Physik oder technisches Zeichnen. Die Ausbildung kann man in Betrieben des Segel- und Leichtflugzeugbaus absolvieren. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Gesellenprüfung muss mit der Karriere lange noch nicht Schluss sein.  Wer höher hinaus will, der kann sich zum Industriemeister für Flugzeugbau oder Luftfahrttechnik als auch zum Meister in der Fachrichtung Kunststoff und Kautschuktechnik weiterbilden. Zudem ist es möglich, den technischen Fachwirt zu erlangen. Wem das immer noch nicht reicht, der kann seine Karriere mit einem Bachelor in Konstruktionstechnik, Kunststofftechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik abrunden. Detaillierte Informationen zu diesem abwechslungsreichen und interessanten Ausbildungsberuf sind auf dem Portal der Bundesagentur für Arbeit zu finden.


Weitere seltene und besondere Handwerksberufe:

Büchsenmacher/in
Naturwerksteinmechaniker/in
Uhrmacher/in
Steinmetz/in und Steinbildhauer/in
Metallbildner/in
Forstwirt/in
Stuckateur/in
Flechtwerkgestalter/in
Holzbildhauer/in
Silberschmied/in
Drechlser/in
Edelsteinschleifer/in
Böttcher/in
Hufbeschlagschmied/in
Metallblasinstrumentenmacher/in

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