Holzbildhauer bei der Arbeit

Seltene und besondere Handwerksberufe – diese Woche: „Holzbildhauer/in“

Sich mit einem extravaganten Beruf von der Masse abzuheben, ist für einige junge Menschen ein wesentlicher Aspekt bei der Berufswahl. Wer einen außergewöhnlichen Handwerksberuf sucht, kann in der Rubrik „seltene und besondere Handwerksberufe“ vielleicht fündig werden. Diese Woche informiert „Die Werkstatt“ über einen traditionellen Ausbildungsberuf, der körperlichen Einsatz, Kunst und Ästhetik vereint.

Die Arbeit als Holzbildhauer ist Handwerkskunst in Reinkultur. Aus den heimisch verfügbaren Hölzern Skulpturen, Figuren, Wappen, Ornamente oder Rahmen für Bilder und Spiegel kreieren – das ist die kunstvolle Aufgabe des Holzbildhauers. Der Beruf des Holzbildhauers erfordert Vielseitigkeit und Flexibilität. Kraftvolles Zupacken, filigranes Schnitzen, Zeichnen und ein ausgeprägter Sinn für die Kunst sind Qualifikationen, die man für diese Ausbildung braucht. Damit aus Eichen, Pappeln oder Linden ein Kunstobjekt entsteht, wird der Umgang mit grobem Werkzeug wie Sägen ebenso gelehrt, wie die Fähigkeit, das Holz mit Beitel, Feilen, Hammer und Meißel zu bearbeiten.

Wichtige Skills für die Ausbildung sind:

  • Räumliches Denken
  • Kreativität
  • Körperliche Fitness
  • Handwerkliches Geschick
  • Talent fürs Zeichnen
  • Interesse an Kunst und Kunstgeschichte

Auf dem Lehrplan der 3-jährigen Ausbildung steht das Zeichnen, Modellieren, Schnitzen, der Umgang mit Maschinen und Werkzeugen als auch die Kunstgeschichte. Ein ausgeprägtes Interesse an Kunstgeschichte ist von großem Vorteil, da eine häufige Aufgabe die Restaurierung von Objekten aus den Stilrichtungen des Mittelalters, Barocks und Rokokos ist. Fantasie und Ideenreichtum sind besonders wichtig, wenn man die Selbstständigkeit anstrebt, um Kunden mit kreativen Entwürfen zu überzeugen.

Die Ausbildung findet dual im Betrieb und der Berufsfachschule statt. Eine Ausbildungsstelle kann man in Werkstätten des Holzbildhauerhandwerks, Ateliers oder in der Möbelherstellung finden. Holzbildhauer arbeiten häufig auch mit mehreren Standbeinen selbstständig mit einer Werkstatt, einem Laden oder bieten Holzschnitzkurse an. In Betrieben des Holzbildhauerhandwerks liegt der Aufgabenschwerpunkt auf der Reparatur und auf die Restaurierung alter Holzobjekte. Darüber hinaus kann der Holzbildhauer auch in Werkstätten für Menschen mit Behinderung seiner Berufung nachgehen.

Nach der erfolgreichen Ausbildung zum Holzbildhauer kann man neben der Meisterschule auch ein Studium im Bereich Kunstgeschichte oder Produkt- und Objektdesign absolvieren. Wer sich für diesen kreativen Beruf der Handwerkskunst begeistert, der findet detaillierte Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen, den Ausbildungs- und Tätigkeitsinhalten auf dem Portal der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere seltene und besondere Handwerksberufe:

Büchsenmacher/in
Naturwerksteinmechaniker/in
Uhrmacher/in
Steinmetz/in und Steinbildhauer/in
Metallbildner/in
Forstwirt/in
Stuckateur/in
Flechtwerkgestalter/in
Silberschmied/in
Drechlser/in
Edelsteinschleifer/in
Böttcher/in
Hufbeschlagschmied/in
Metallblasinstrumentenmacher/in

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