Bronzestatue einer lesenden Frau

Seltene und besondere Handwerksberufe – diese Woche: „Metallbildner/in“

Diese Woche ist in unserer Rubrik „seltene & besondere Handwerksberufe“ ein Ausbildungsberuf im Fokus, bei dem es um schweres und buntes Metall geht. Wer auf der Suche nach einem außergewöhnlichen und besonderen Handwerksberuf ist, der kann in unserem Magazin „Die Werkstatt“ aus einer interessanten Berufsauswahl fündig werden.

Die Ausbildung zum Metallbildner ist genau das Richtige für diejenigen, die eine Affinität dazu haben, aus Schwer- und Buntmetallen kunstvolle und alltägliche Objekte zu gestalten. Der Beruf des Metallbildners gliedert sich dabei in drei Fachrichtungen:

  • Metallbildner Fachrichtung Gürtlertechnik
  • Metallbildner Fachrichtung Ziseliertechnik
  • Metallbildner Fachrichtung Metalldrückertechnik

Handwerkliches Geschick, Freude an der Arbeit mit Werkzeugen, ein gutes Vorstellungsvermögen sowie Kreativität sind die optimalen Voraussetzungen für alle drei Fachrichtungen.

Fachrichtung Gürtlertechnik

Der Metallbildner der Fachrichtung Gürtlertechnik erlernt für die Objektherstellung die gestalterische Planung und viele Handwerkstechniken wie:

  • Biegen
  • Zusägen
  • Löten
  • Drehen
  • Schleifen & polieren

Mit diesen Handwerkstechniken lernt der Gürtler künstlerische und dekorative Objekte aus Metall zu fertigen. Auch das Anfertigen von Gebrauchsartikeln und Zubehör für die Bau- und Fahrzeugindustrie gehört zu den Aufgaben. Die dreijährige Ausbildung kann in Gürtlereibetrieben, Schmiedewerkstätten, Buntmetallgießereien oder anderen Betrieben, die metallische Gebrauchsgegenstände herstellen, absolviert werden.

Fachrichtung Ziseliertechnik

Die Fachrichtung Ziseliertechnik konzentriert sich auf die Herstellung von überwiegend künstlerischen Objekten. Dabei stehen die Gestaltung von Metalloberflächen und das Anfertigen von Reliefs im Vordergrund. Außerdem stellt der Ziselierer Skulpturen, Schriften und Ornamente her. Dabei müssen Gesichter und Konturen fein rausgearbeitet werden, was feinfühliges Handwerksgeschick und Geduld erfordern. Neben den handwerklichen Techniken gehört die Gusstechnik und die Bedienung moderner CNC Maschinen für die Herstellung von Beschlägen zum Lehrplan. Die Fachrichtung Ziseliertechnik wird in kunsthandwerklichen Gießereien, Ziselierbetrieben oder Beschlag- und Kunstschmieden ausgebildet.

Fachrichtung Metalldrücker

Das Formen und die Umformung von Metallblechen zu rotationssymmetrischen Bauteilen ist der Fokus bei der Fachrichtung Metalldrückertechnik. Die Herstellung von Kelchen, Pokalen und Lampenschirmen aber auch Bauteile für den Behälter- und Anlagenbau stellt der Metalldrücker her. Neben der Gestaltung, Planung und Techniken zum Formen erlernt man in dieser Fachrichtung auch das Drechseln. Der Metalldrücker braucht neben Kraft auch ein besonders gutes handwerkliches Geschick. Ausbildungsbetriebe sind Betriebe der Metallumformung aber auch Metalldrückereien und Unternehmen, die sich auf das Metallkunsthandwerk spezialisieren.

Nach der Ausbildung kann man sich bei allen Fachrichtungen zum staatlich geprüften Techniker oder Meister weiterbilden und den Schritt in die Selbstständigkeit mit einer eigenen Werkstatt wagen. Auch ein Universitätsabschluss in Metallgestaltung ist nach der Ausbildung als Metallbildner möglich. Detaillierte Informationen zu diesem interessanten Beruf finden sich auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere seltene und besondere Handwerksberufe:

Büchsenmacher/in
Naturwerksteinmechaniker/in
Uhrmacher/in
Steinmetz/in und Steinbildhauer/in
Forstwirt/in
Stuckateur/in
Flechtwerkgestalter/in
Holzbildhauer/in
Silberschmied/in
Drechlser/in
Edelsteinschleifer/in
Böttcher/in
Hufbeschlagschmied/in
Metallblasinstrumentenmacher/in

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