Die Gartenarbeit und ihre Tücken – Erfahrungen eines Greenhorns

Seit 1984 jährt sich immer am zweiten Sonntag im Juni der Tag des Gartens. Dieser Tag wurde vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. ins Leben gerufen und ist dafür da, die Schönheit und Freude am Garten und der Natur in den Vordergrund zu rücken. Soweit so grün. Ein idealer Zeitpunkt, über die allgemeine Gartenarbeit zu berichten. Als langjährige Stadtbewohnerin habe ich seit dem Umzug aufs Land einen Garten zu schätzen gelernt. Den Garten als zusätzlichen Wohlfühlort zu nutzen und genießen zu können, will ich nicht mehr missen. Die Schönheiten eines Gartens liegen für mich darin, entspannt in der Sonne zu liegen, Grillabende mit Freunden auszurichten oder einfach nur da zu sitzen und die sich von Jahreszeit zu Jahreszeit ständig wechselnde Natur zu bestaunen. Auch der Plan endlich einen Kräutergarten und ein Blumenbeet anlegen zu können waren Annehmlichkeiten, die mein Herz höherschlagen ließen.

Die Tatsache, dass die Freuden eines schönen Gartens mit einiges an Arbeit verbunden ist, stellt mich als Gartenanfänger vor diverse Herausforderungen. Wer keinen grünen Daumen hat, aber trotzdem im Besitz eines Gartens ist, der stößt als Greenhorn schnell an seine Grenzen. Es gibt Menschen, für die ist Gartenarbeit die reinste Meditation und es gibt diejenigen, für die Gartenarbeit notwendig aber lästig und schwer ist. Ich gehöre als Langzeitstadtmensch und Vollzeitberufstätige zu den Letzteren. Zudem liegen meine Kernkompetenzen definitiv nicht in der Pflanzenkunde. Das gesteckte Ziel: ein schöner Garten mit möglichst wenig Arbeit und Zeitaufwand. Geht! Hat zwar mit Erfahrung sammeln durch Fehler machen zu tun aber geht!

Auf in die grüne Hölle…

Das Rasenmähen hatte ich direkt erst mal dem Partner auf die „to do-Liste“ gesetzt und war damit schon mal fein raus. Mein Part: Beete anlegen, bepflanzen und pflegen. Halb so wild, dachte ich mir zu anfangs. Einmal ein bisschen was pflanzen, hier und da Unkraut jäten, gießen und gut ist. So dachte ich jedenfalls. Was man alles falsch machen kann, war mir gar nicht bewusst. Alles, was man beim Beet anlegen, der Beet Bepflanzung und der Pflege falsch machen kann, habe ich souverän mit Überzeugung falsch gemacht. Hier die Fehler und Erkenntnisse in chronologischer Reihenfolge:

  1. billiges und minderwertiges Gartengerät zugelegt
  2. Existenz von Wurzeln und Steinen im Erdreich nicht erfasst
  3. benötigten Kraftaufwand unterschätzt
  4. ungeeignete Pflanzen am falschen Standort gepflanzt
  5. diese zudem noch zu nah aneinandergesetzt
  6. Population, Appetit und Geschwindigkeit von Schnecken verkannt
  7. Wachstumsfaktor von Unkraut falsch interpretiert.

Der Fehler Nummer eins war die Anschaffung minderwertiger Gartengeräte. Hier trifft die Aussage – wer billig kauft, kauft doppelt – definitiv zu. Ein Löwenzahnstecher, der sich verbiegt, eine Gartenschere, die schlecht schneidet und sich im Gewächs verkantet oder der Spaten, der sich nach dem dritten Mal in die Erde rammen vom Stiel löst, ist ärgerlich, nervig und letztendlich teurer. Auch wer Gartenwerkzeug nicht täglich benutzt, sollte auf gute Qualität achten. Mit robustem und solidem Gartenwerkzeug lässt sich nicht nur besser arbeiten, sondern es ist auch dementsprechend langlebiger, was letztendlich günstiger ist.

Ohne solides Werkzeug geht’s nicht…

Gerade bei Fehler Nummer zwei schlägt der Fehler Nummer eins gnadenlos zu. Ein verwurzeltes, steiniges Erdreich umgraben braucht widerstandsfähiges Gartengerät und Kraft. Womit wir direkt bei Fehler Nummer drei angekommen sind. Der Tritt oder gar Sprung auf den Spaten ohne Reaktion lässt Ernüchterung aufkommen. In diesem Fall ist der Zugriff auf einen starken, schweren Mann oder auch Frau zu empfehlen.

Schattengewächs, Halbschattengewächs, winterhart und immergrün sind Worte, die ich nach Fehler Nummer vier kennengelernt habe. Als großer Freund von Lavendel habe ich diesen natürlich gepflanzt, oder besser verpflanzt. Der Grund für das schnelle Ableben des duftenden Gewächses war, dass einfach zu wenig Sonne ins Beet kam. Die Lehre, die ich daraus zog – bei der Anlage von Beeten vorab klar definieren, was man für Pflanzen setzen möchte und welche Voraussetzungen diese brauchen. Nachdem ich das halbschattige Beet mit den richtigen Kräutern und Pflanzen wie Schnittlauch, Estragon, Minze, Hortensien und Männertreu bepflanzt habe, wächst und gedeiht alles so, wie es soll. Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian hingegen haben nun einen Platz an der Sonne.

Abstand halten!

Als die nun richtig angelegten Pflanzen dann wunderbar gewachsen sind, ist mir nach einiger Zeit Fehler Nummer fünf untergekommen. Abstand halten macht nicht nur im Straßenverkehr Sinn. Die noch kleinen Setzlinge hatte ich viel zu nah aneinander gepflanzt, was zur Folge hatte, dass diesen zu wenig Platz zum Wachsen blieb und sie sich gegenseitig die Nährstoffe im Boden klauten. Das Umsetzen der Gewächse hat zusätzliche Arbeit gemacht und ist zudem nicht sonderlich förderlich für das Wachstum. Nach diesen ganzen Erfahrungen und Fehlerkorrekturen war das Ergebnis doch erfolgreich und ich konnte mich an dem Beet erfreuen, bis eines schönen Feierabends mir Greenhornfehler Nummer sechs ins Auge stach – Schnecken! Schnecken scheinen alles in sich rein zu schlingen, was grün ist und auf ihrem feuchten Weg liegt. Schneckenfraß sieht nicht gut aus und verlangt Maßnahmen. Umsiedelung kam nicht infrage, also mussten andere Strategien her. Hier kann man natürliche Feinde wie Igel, Kröten und Laufenten ebenso einsetzen wie Schneckenkorn. Ich habe Schneckenkorn eingesetzt, da ich natürliche Feinde nicht zur Hand hatte und die Bekämpfung mit Schneckenkorn, als eine sichere Methode gilt, was ich nur bestätigen kann.

Unkraut den Kampf ansagen

Dass zur Beetpflege Unkrautjäten und regelmäßiges Düngen gehört, ist mir auch als Gartenidiotin bewusst. Was mir nicht bekannt war, ist die enorme Wachstumswut von Unkraut. Womit wir bei Erkenntnis Nummer sieben angelangt wären. Unkraut wächst schneller als jegliches andere Grünzeug. Wie wichtig es ist, gerade im Frühjahr das nervige Kraut so oft wie möglich zu entfernen ist mir, nachdem das vernachlässigte Beet im Vorgarten zugewuchert war, bewusst geworden. Hier gilt die Erkenntnis, wer regelmäßig rupft, hat mehr vom Leben. Lieber öfter 10 Minuten das nervige Kraut mit der Wurzel eliminieren als die lästige Aufgabe zu lange rausschieben. Denn dann wird es zeitaufwendig und mühsam – insbesondere für den Rücken.  Sehr gut lässt sich das Unkraut bei feuchtem Boden entfernen, der zudem regelmäßig mit Grubber oder Hacke aufgelockert wird.

Die Grundlagen der Gartenarbeit hatte ich nun nach einigen Monaten gelernt. Der Erfahrungsaustausch mit Hobbygärtnern hat mich zudem vom Anfänger zum Fortgeschrittenen katapultiert und vor allem gezeigt, dass man mit einfachen Tricks und Kniffen auch mit weniger Zeitaufwand in den Genuss eines schönen Gartens kommt.

Da man mit Beratungsresistenz bei der Gartenarbeit nicht weiterkommt, sind Tipps und Tricks von Hobbygärtnern und von Profis aus dem Garten- und Landschaftsbau willkommen. Falls Sie über interessante Tipps, kuriose Geschichten oder besondere Erfahrungen berichten können und mögen, senden Sie uns diese an werkstatt@toolineo.de. Wir würden uns freuen, diese hier vorzustellen.

Eure Isabell von Toolineo

→ toolineo.de/Garten